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Bibliothek Verbrannter Bücher

BVBEine Auswahl der von den Nationalsozialisten verfemten und verbotenen Literatur

Im Auftrag des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien herausgegeben von Julius H. Schoeps in Verbindung mit Simone Barck (†), Gerhard Bauer, Margrid Bircken, Uri Faber, Arcady Fried, Gert Mattenklott, Helmut Peitsch, Silvia Schlenstedt, Werner Treß und Clemens Zintzen. Redaktion: Karin Bürger und Ursula Wallmeier.

Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und an anderen zentralen Orten deutscher Städte war der Auftakt zur Vertreibung und Verfolgung zahlreicher vom NS-Regime verfemter Autoren: Ein barbarischer Akt, dessen Auswirkungen wir bis heute spüren. In Erinnerung an diesen Tag entsteht eine "Bibliothek Verbrannter Bücher", die etwa 120 Titel umfassen wird. Diese Bibliothek, ein Mahnmal ganz besonderer Art, soll speziell an Oberschulen und Gymnasien ihren Platz finden. Nicht nur bekannte Autoren wie Franz Kafka, Anna Seghers, Kurt Tucholsky oder Jack London wird diese Bibliothek enthalten, sondern auch solche Autoren, die vor 1933 gelesen, aber heute weitgehend vergessen sind, und die gleichwohl repräsentativ für Kultur und Literatur der Zeit bleiben. Die Verantwortung für die Auswahl der Titel trug ein wissenschaftlicher Beirat, dem Historiker, Kultur- und Literaturwissenschaftler der Universität Potsdam und der Berliner Universitäten angehören. Als Grundlage für die Auswahl der Titel dienen die berüchtigten "Schwarzen Listen", die am 16. Mai 1933 im "Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" veröffentlicht wurden, sowie die "Liste 1 des schädlichen und unerwünschten Schrifttums" vom Oktober 1935. Die für die Bibliothek ausgewählten Bücher werden ergänzt durch einen Dokumentationsband "Orte der Bücherverbrennungen 1933", der den Ablauf der Aktionen an 62 Orten in Deutschland beschreibt. Ein zweiter Begleitband wird die Indizierungslisten, die sogenannten "Schwarzen Listen", dokumentieren. Als multimediale Einführung dient die Webseite www.verbrannte-buecher.de

"Es liegt auf der Hand, dass dieses Vorhaben der kulturellen Bildung einer breiten Unterstützung von Bund und Ländern bedarf."
Angela Merkel (Bundeskanzlerin)

"Dass sowohl die Qualität als auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung dieses ehrgeizigen, für unser ganzes Land politisch richtungweisenden Projektes vollkommen außer Frage steht, spiegelt sich in der breiten ideellen Unterstützung durch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kultur wider."
Christian Wulff (Niedersächsischer Ministerpräsident)

"Ein Vorhaben der kulturellen Bildung, das einer breiten Unterstützung bedarf und diese verdient."
Annette Schavan (Bundesministerin für Bildung und Forschung)

"Die von Ihnen initiierte und herausgegebene neue Reihe ‚Bibliothek Verbrannter Bücher' ist ein Juwel, der ich eine große Verbreitung wünsche."
Peter Struck (Vorsitzender der SPD- Bundestagsfraktion)

"[…], weil es in eindrücklicher Weise für die junge Generation die unglaubliche Widersinnigkeit der nationalsozialistischen Bücherverbrennung erlebbar und erlesbar macht."
Hermann Otto Solms (Vizepräsident des Deutschen Bundestages)

"Die Bibliothek ist ein Dokument schöpferischer Modernität, intellektueller Engagiertheit und kämpferischer Verzweiflung."
Klaus-Dieter Lehmann (Präsident des Goethe-Instituts)

"Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, begrüßt es, wenn durch diese Initiative die seinerzeit verfemten Autoren wieder deutlich ins Bewusstsein gerückt werden. Eine Reihe von Schriftstellern, die zu Mitgliedern der Klasse der Literatur der nach dem Krieg in Mainz gegründeten Akademie gewählt wurden, waren Opfer der hetzerischen Aktion geworden."
Clemens Zintzen (Ehemaliger Präsident der Union der Akademien der Wissenschaften, Mainz)

"Ich begrüße dieses Projekt umso mehr, als seine Intentionen mit den Bemühungen der Nationalbibliothek um die ins Exil getriebenen Autoren übereinstimmen. […] Die Leitung des Projekts und die Zusammensetzung des Projektbeirats sowie die Förderer und prominenten Fürsprecher stehen für Qualität und gutes Gelingen."
Elisabeth Niggemann (Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek)

"Besonders die Idee, die Werke der einst verfemten Autoren auch an den Schulen zur Verfügung zu stellen, verdient große Unterstützung."
Isabel Pfeiffer-Poensgen (Generalsekretärin der KulturStiftung der Länder)

"Vor dem Hintergrund der historischen Verantwortung in Deutschland trägt ein solches Vorhaben zur kulturellen Bildung weit über die Schulen hinaus bei und verdient daher breite Unterstützung."
Helmut Rau (Kultusminister Baden-Württemberg)

BVB_PlakatZum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 2008 sind die ersten zehn Titel aus der "Bibliothek Verbrannter Bücher" in einer Kassette erschienen


In Erinnerung an diesen Tag wurden die ersten 10 Bände des Editionsprojektes des Moses Mendelssohn Zentrums und des Olms Verlags BIBLIOTHEK VERBRANNTER BÜCHER, am 9. Mai 2008 im Deutschen Historischen Museum in Berlin der Presse vorgestellt.
Dank der Unterstützung durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, Deutsche Bank Stiftung, Deutsche Kinder- und Jungendstiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Klosterkammer Hannover, Berthold Leibinger Stiftung, Moses Mendelssohn Stiftung, Albert und Barbara von Metzler-Stiftung, Friedrich von Metzler, Friedrich-Naumann Stiftung für die Freiheit, ZEIT-Stiftung konnte eine Quote für etwa 4000 Schulen als Geschenk auf den Weg gebracht werden.
2006 erschien bereits der Vorabband "Staat, Recht und Freiheit" von Hugo Preuß.

 BVB_Uebergabe1

Zeitzeuge Dr. Hans Keilson und der Präsident der Humboldt-Universität Berlin, Professor Christoph Markschies

 BVB_Uebergabe2

Dr. Hans Keilson berichtet Journalisten von den Bücherverbrennungen

 BVB_Uebergabe3

Übergabe des 10-bändigen Schubers durch Dr. Hans Keilson und Prof. Julius H. Schoeps an Schüler eines Berliner Gymnasiums

 BVB_Uebergabe4

Herausgeber, Schülerinnen und Verleger: Werner Treß, Julius H. Schoeps, W. Georg Olms (v.l.n.r)

Die ersten 10 Bände im Schuber

Neuauflage mit Nachworten versehen:

  • Salomo Friedlaender: Kant für Kinder. Herausgegeben mit dem Essay "Kants Kinder" von Detlef Thiel und einem Vorwort von Hartmut Geerken.
  • André Gide: Kongo und Tschad. Übersetzt aus dem Französischen von Gertrud Müller. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Russell West-Pavlov.
  • Theodor Heuss: Hitlers Weg. Eine historisch-politische Studie über den Nationalsozialismus. Mit einem Geleitwort von Wolfgang Gerhardt und einem Nachwort zur Neuauflage von Werner Treß.
  • Erich Kästner: Herz auf Taille. Mit Zeichnungen von Erich Ohser / Lärm im Spiegel. Mit Zeichnungen von Rudolf Grossmann. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Nicola Leibinger-Kammüller.
  • Franz Kafka: Beim Bau der Chinesischen Mauer. Ungedruckte Erzählungen und Prosa aus dem Nachlass. Herausgegeben von Max Brod und Hans-Joachim Schoeps. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Andreas Krause Landt.
  • Gina Kaus: Morgen um Neun. Roman. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Gerhard Bauer.
  • Jack London: Martin Eden. Roman. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Doris Wendt.
  • Walther Rathenau: Zur Kritik der Zeit. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Joachim H. Knoll.
  • Anna Seghers: Auf dem Wege zur amerikanischen Botschaft und andere Erzählungen. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Silvia Schlenstedt.
  • Kurt Tucholsky: Lerne Lachen ohne zu weinen. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Peter Böthig.

 

Begleitend sind zwei Dokumentationsbände erschienen:

Orte der Büchverbrennungen in Deutschland 1933.
Verfemt und Verboten. Vorgeschichte und Folgen der Bücherverbrennungen 1933

Alle bibliographischen Angaben und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier.
 
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E-Mail: Georg Olms Verlag

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