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Über den Verlag


Grußworte anlässlich des Verlagsjubiläums

60 Jahre Georg Olms Verlag und
325 Jahre Weidmannsche Verlagsbuchhandlung

 

Novermber 2005  

Christian Wulff
Ministerpräsident des Landes Niedersachsen

Ich glaube, in den nächsten Hunderten von Jahren brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, daß die Menschen Bücher brauchen, Bücher lieben, sie immer wieder zur Hand nehmen und etwas nachschlagen. Wer schreibt, der bleibt; wer sendet, verendet. [...]
Lesen ist die Eintrittskarte in die Welt des Wissens
Herr Dr. Olms, Sie fühlen sich dem klassischen Medium Buch streng verpflichtet. Und Sie hoffen: Bücher werden das wichtigste Medium bleiben. Denn: Allen Mißhandlungen zum Trotz ist das Buch nicht verschwunden, und es ist vor allem nicht durch etwas Besseres ersetzt worden. Trotzdem hat sich der Olms Verlag neuen Medien nicht verschlossen. [...]
Ich möchte Ihnen versichern: Ich werde mich immer für die Themen Bücher und Lesen einsetzen. [...] Lesen ist die Eintrittskarte in die Welt des Wissens. Im Zeitalter von Computer und Internet nehmen die Anforderungen an die Lesekompetenz zu - und sie werden künftig weiter wachsen. Leseförderung ist heute notwendiger denn je. Kinder müssen mehr lesen - das wissen wir spätestens seit PISA. [...]
Ich nutze immer wieder gern die Gelegenheit, meine persönliche Begeisterung für Literatur zu zeigen und deutlich zu machen, wie grenzenlos die Welt der Bücher ist. [...] Der französische Literatur-Nobelpreisträger von 1947, André Gide (1869-1951), hat sich die Frage gestellt: "Ein Buch = Ein Haufen toter Buchstaben?" Seine Antwort lautete: "Nein - ein Sack voll Samenkörner." Sie, Herr Dr. Olms, sind der lebendige Beweis dafür: Sie haben mit Ihrem Verlag die Samenkörner aufgenommen und wachsen lassen. Ich wünsche Ihrem Verlag weiterhin viel Erfolg! Niedersachsen braucht Unternehmer wie Sie!


Ulrich Kumme
Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim
Vielleicht sollte man wirklich ein Wort von Frau Dr. Elisabeth Nigge- mann, Generaldirektorin der Deutschen Bibliothek Frankfurt, in die Tat umsetzen: Anläßlich des Empfangs zu dem 75. Geburtstag von Herrn Dr. Olms vor drei Jahren hat Frau Dr. Niggemann gesagt:
"Wer auf der Autobahn nach Hildesheim fährt, sieht die Hinweise auf Hildesheims Weltkulturerbe. Ich schlage vor, Olms mit auf diese Schilder zu schreiben." Derartige Sätze, aus renommiertem Mund gesprochen, verdeutlichen die Wertschätzung, die der Olms Verlag überregional, ja weltweit, genießt.


Dieter Schormann
Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
(vertreten durch THOMAS WRENSCH, Vorsitzender des Verbandes der Verleger und Buchhändler Niedersachsen)
Man kann dem Hause Olms nur gratulieren, und das in mehrfacher Hinsicht. Natürlich zu den großartigen Jubiläen selbst, aber auch zu zwei besonderen Glücksfällen: zum einen, daß es dem Hause Olms gelungen ist, die altehrwürdige Weidmannsche Buchhandlung, so wurde dieser Verlag früher genannt, für sich und für Hildesheim zu gewinnen, ja nach Deutschland zurückzuholen [...].
Und zum anderen: Welcher Verleger kann schon von sich sagen, daß er vom Tage der Gründung an, also im Falle von Dr. Olms sechzig Jahre, die Geschicke der Firma selbst geleitet hat?


Wolfgang-Uwe Friedrich
Präsident der Stiftung Universität Hildesheim
Die Hamburger Senatorin Karin von Welck hat in ihrer Gratulation nicht nur die Bedeutung Ihres Hauses unterstrichen, sondern auch vor den Gefahren für den Buchmarkt gewarnt, die von hauseigenen Universitätsverlagen ausgehen können. Wir müssen uns unserer ordnungspolitischen Verantwortung stellen und gleichzeitig die Institutionen des Kulturstaates pflegen.


Thomas Bürger
Generaldirektor der Staats-, Landes- und Universitätsbibliothek Dresden
Die Geschichte hat gezeigt, daß nach einem Streit oft eine neue Qualität des Miteinanders erreicht wurde und Deutschland sich als Buchland Nummer Eins in der Welt behaupten konnte. Ich gehe zuversichtlich davon aus, daß dies auch im digitalen Zeitalter gelingen wird.
Bibliothekare und Verleger sind Partner, wenn sie neue Entwicklungen antizipieren und fördern, aber auch dann, wenn sie um der Nachhaltigkeit willen flüchtigen Moden einen gesunden Konservatismus entgegensetzen. Im Zeitalter digitaler Information druckt der Olms Verlag mit seiner von der Kulturstiftung der Länder geförderten Reihe Bewahrte Kultur seltene und konservatorisch gefährdete Bücher nach. Millionen von Büchern, im industriellen Zeitalter mit großem Holzanteil gedruckt, tragen den Säuretod in sich. Eine Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts hat sich deshalb formiert, um mit Unterstützung der VolkswagenStiftung eine Strategie zur Erhaltung analoger und digitaler Informationen für die Zukunft zu entwickeln. Bedrohte Bücher können am besten durch einen Mix aus Entsäuerung und Restaurierung, Verfilmung und Digitalisierung gerettet werden. Mit Neudrucken und Reprints sorgt der Olms Verlag dafür, daß Schlüsselwerke des vergangenen Jahrhunderts ohne Einschränkung und komfortabel zugänglich bleiben. Wie in einer Bibliothek mischen sich deshalb in Ihrem wirklich eindrucksvollen Verlagsprogramm das Alte und das Neue, wobei immer wieder erstaunlich ist, wie sich Altes und Neues notwendig verbinden und ergänzen. [...]


Wilhelm Krull
Generalsekretär der VolkswagenStiftung
Getragen von der Überzeugung, daß gerade das Vergangene im Gegenwärtigen präsent sein muß, wenn wir auf vernünftige Weise die Zukunft gestalten wollen, haben Sie sich der Aufgabe verschrieben, bedeutende Einzelwerke und kulturelle Traditionslinien durch Faksimile- und Reprint-Ausgaben ebenso wie durch herausragende Handbücher und Nachschlagewerke sowie nicht zuletzt durch kulturhistorisch bedeutsame geisteswissenschaftliche Originalpublikationen als unser aller kulturelles Erbe präsent zu halten. Zugleich haben Sie aber auch immer wieder den Mut und die Risikobereitschaft eines neuen Entwicklungen aufgeschlossenen Verlegers bewiesen, indem Sie sowohl die neuesten Produktions- und Reproduktionstechniken als auch die in den letzten Jahren unausweichlich auf uns alle zukommende Digitalisierung des Wissens offen angegangen sind, ganz im Sinne Gustav Mahlers, der einmal - frei nach Francis Bacon - formuliert hat: "Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers!" [...]
Von einer strategischen Studie, an der Professor Fabian seit einiger Zeit arbeitet zum Themenkomplex "Zukunftsaspekte der Vergangenheit", wie auch von einer komplementär dazu laufenden Studie unter der Schirmherrschaft der "Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts" erhoffen wir uns weitere Anregungen für die künftige Fördertätigkeit nicht nur der VolkswagenStiftung. Die brennenden Probleme, die sich angesichts der unerläßlichen Restaurierung und Entsäuerung, der parallel dazu ebenfalls notwendigen Digitalisierung der Bestände sowie je nach Umfang und Bedeutung auch der Herstellung von Mikrofiches und Reprints stellen, werden uns sicherlich auch in Zukunft zu fruchtbarer Zusammenarbeit führen.


Jürgen Christian Regge
Vorstand der Fritz Thyssen Stiftung
Reprints versetzen Bibliotheken auch heute in die Lage, insbesondere in den Geisteswissenschaften den Fundus zu liefern, den sie benötigen, um aus der Geschichte ihrer Fächer heraus diese auch weiter entwickeln zu können. So war es ein wichtiges Motiv für die Fritz Thyssen Stiftung, der Anregung Bernhard Fabians folgend, ein Reprint-Programm mit Gesamtausgaben von Autoren des 17. bis 19. Jahrhunderts zu planen und mit dem Olms Verlag auf hohem buchtechnischen und ästhetischen Niveau auszuführen.
War es dem Verleger schon vor 325 Jahren Aufgabe, dem bedeutenden Autor und seinem Werk die Voraussetzungen zur Verbreitung zu sichern und das Wesentliche zu tradieren, so hat sich daran auch heute nichts geändert. Die elektronischen Medien werden immer neue Wege zur Gewinnung und Verbreitung des Wissens erkunden - sie werden aber auch der selbst erzeugten Quantität Herr werden müssen. So bleibt es dem Buch und seinem Verleger überlassen, auch die Qualität zu sichern.


Georg Ruppelt
Direktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover /
Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände
Als Bibliothekar gibt es mehrere Gründe, dem Verlag Gutes zu wünschen. Wir sind in Hannover dankbar dafür, daß wir als Bibliothek durch das Pflichtexemplargesetz von den hervorragenden Publikationen des Verlages profitieren. Letztendlich heißt das natürlich, daß diejenigen davon profitieren, für die wir da sind, nämlich alle Bürgerinnen und Bürger unseres Landes.