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Cornelia Pechota Veuilleumier
"O Vater, laß uns ziehn!" Literarische Vater-Töchter um 1900
Gabriele Reuter, Hedwig Dohm, Lou Andreas-Salomé.

2005, 412 S., sowie 24 s/w und 21 farb. Abb., Leinen mit Schutzumschlag
Reihe: Haskala – Wissenschaftliche Abhandlungen, 30
ISBN: 978-3-487-12873-3
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Beschreibung
Fachgebiete

"Die Arbeit leistet…einen wichtigen Beitrag zur Rezeption von deutschsprachigen Schriftstellerinnen um die Jahrhundertwende und deren Auseinandersetzung mit der weiblichen Sozialisationsproblematik." (Susanne Balmer, Germanistik in der Schweiz, Online-Zeitschrift der SAGG, 3/2006)

"Pechota-Vuilleumier leistet einen wichtigen Beitrag zur Rezeption von Autorinnen, deren Werk weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Darüber hinaus liefert sie mit ihrer Dissertation ein eindrückliches Bild des wilhelminischen Zeitalters am Beispiel weiblicher Sozialisationsprozesse in ihrer Auseinandersetzung mit einer Gesellschaft, die durch die Konstruktion des/der Anderen Frauen und Juden aus dem normativen System ausschließt." (Eva-Schulz Jander, Ariadne, Mai 2007, Heft 51)

"Nicht nur Bibliotheken und Sammlungen sei es [das Werk] nachdrücklich zur Anschaffung empfohlen, macht das reichhaltige Bildmaterial mit zeitgenössischen Photografien und themenbezogenen Kunstwerken die Publikation doch zusätzlich interessant." (Birte Giesler, Freiburger GeschlechterStudien 21, 2008)



Die vorliegende Untersuchung ist das Ergebnis einer langjährigen Beschäftigung mit der Mentalitätsgeschichte des Fin de siècle. In dieser Zeit wurde Frauen und Juden in Konstruktionen des ‘Fremden’ und ‘Anderen’ ein gemeinsamer Ort zugewiesen, der sie zugleich motivierte, kreativ dagegen anzugehen. Durch sein Goethe-Zitat verweist der Titel dieses Buches auf literarische Töchter der Jahrhundertwende, die Züge der heimatlosen Mignon aus Wilhelm Meisters Lehrjahren tragen. Anders als bei Goethe, der die Ziehtochter seines Helden dem Untergang weiht, werden fiktionale Väter nun aber zu Projektionsflächen töchterlicher Lebensentwürfe. In Gunhild Kersten von Gabriele Reuter, Christa Ruland von Hedwig Dohm und Ruth von Lou Andreas-Salomé versuchen sich die Titelfiguren zwischen sozialer Anpassung und ‘unweiblichen’ Ansprüchen narrativ zu behaupten. Zwischen den Emanzipations-Bestrebungen dieser Frauen und der Kompromiss-Lösung jüdischer Akkulturation besteht in den untersuchten Texten ein innerer Zusammenhang, der bisher unbeachtet blieb. Der Anklang an den Exodus des jüdischen Volkes steht hier für eine schwierige Emanzipation, da die Töchter ihren Aufbruch mit Vätern aushandeln, die sie nicht gerne ziehen lassen.