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Marketta Göbel-Uotila
Medea. Ikone des Fremden und des Anderen in der europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts
Am Beispiel von Hans Henny Jahnn, Jean Anouilh und Christa Wolf.

2005, 328 S.
Reihe: Germanistische Texte und Studien, 73
ISBN: 978-3-487-12789-7
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Beschreibung
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Durch das Aufflammen ideologisch und religiös begründeter Konflikte mit wachsendem Gewaltpotential hat die gesellschaftliche Diskussion über das Fremde und das Andere heute an Signifikanz gewonnen. Schon immer zählte es zum kulturanthropologischen Bestand der Literatur, Bedingungen und Modalitäten von Fremdheitserfahrungen exemplarisch darzustellen. Seit ihrer ersten Dramatisierung durch Euripides tritt uns in der antiken Heldin Medea eine Gestalt entgegen, deren Fremdheit allein deshalb unüberbrückbar scheint, weil sie die unfassbare Tat begeht, ihre eigenen Kinder zu töten.
Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung stehen drei bedeutende Medea-Bearbeitungen des vergangenen Jahrhunderts, die sich gegen konventionelle Klassifizierungen sperren. In ihnen wird die Fremdheit der Protagonistin entweder noch potenziert – so bei Hans Henny Jahnns „schwarzer Medea“ und in Jean Anouilhs Medée, der Hexe – oder utopisch überhöht, wie im Falle von Christa Wolfs Medea. Stimmen, die eine Abrechnung mit einem sich über humanitäre Vorstellungen hinwegsetzenden Zweckrationalismus beinhaltet. In einer differenzierten Auseinandersetzung mit Kategorien wie dem Naturfremden, dem Geschlechtsfremden oder dem „rassisch“ Fremden belegt diese Studie, dass Medea stets auch als Projektionsfläche für existentielle Ängste diente.