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Sabine Kittel
"Places for the Displaced"
Biographische Bewältigungsmuster von weiblichen jüdischen Konzentrationslager-Überlebenden in den USA.

2006, 356 S., mit vier farbigen Karten., Leinen mit Schutzumschlag
Reihe: Haskala – Wissenschaftliche Abhandlungen, 32
ISBN: 978-3-487-12992-1
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Beschreibung
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STIMMEN ZUM BUCH

"Insgesamt macht Kittel mit den nach dem Prinzip der 'maximalen Unterschiede' ausgewählten zehn biografischen Fallstudien nicht nur Gegensätze und Gemeinsamkeiten sichtbar, sondern auch die Zwischentöne und Brüche in der retrospektiven Lebensbetrachtung der KZ-Überlebenden sichtbar. Die Interviews werden auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands quellenkritisch genau, prägnant und plastisch zusammengefasst. Insbesondere Kittels feinfühlige Interpretation der geschilderten Ängste und Selbstzweifel der Frauen verweist in eindrucksvoller Weise auf das weit reichende Potential der wissenschaftlichen Methode der Oral History, die gerade die Vielschichtigkeit, Mehrdeutigkeit und Komplexität der zurückblickenden biografischen Selbstreflexion kenntlich machen kann." (Johannes Schwartz, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de 31.1.2008)

Das Thema dieses Buches ist das Überleben der Haft im Konzentrationslager und das Weiterleben mit den traumatischen Erfahrungen. Es beruht auf lebensgeschichtlichen Interviews mit jüdischen Frauen, die im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert waren. Ursprünglich aus Polen, Ungarn, Deutschland, den Niederlanden und der Tschechoslowakei kommend, emigrierten die meisten von ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg als so genannte „Displaced Persons“ in die USA; zum Zeitpunkt der Interviews waren sie zwischen 66 und 87 Jahren alt. Die Erzählungen der Frauen stellen jeweils ihr gesamtes Leben dar, da sie sowohl die Zeit im Konzentrationslager als auch das spätere Leben in den Blick nehmen. Die besondere Bewältigungsleistung der Überlebenden besteht bis heute darin, die verschiedenen erlebten Welten miteinander in Einklang zu bringen.
Wie hatten es die Frauen geschafft, nach dem radikalen Verlust ihrer Identität in die „Normalität“ zurückzukehren? Wie konnten sie einen Alltag aufbauen und Familien gründen? Fragen wie diese stehen im Zentrum der vorliegenden Studie, die sozialgeschichtlich angelegt ist. In welchem Maße das Selbstbild der Befragten mit ihren Handlungen und Möglichkeiten in Einklang steht, wird unter Berücksichtigung des individuellen Schicksals, der Geschlechtszugehörigkeit, der nationalen Herkunft und sozialstruktureller Faktoren untersucht.