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Martina Roepke
Privat-Vorstellung
Heimkino in Deutschland vor 1945.

2006, 236 S., mit 47 Abb.
Reihe: Medien und Theater, 7
ISBN: 978-3-487-13190-0
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Beschreibung
Fachgebiete

"Die Autorin hat in ihrer Dissertation glaubhaft dargestellt, dass Heimkino in den dreißiger Jahren eine Praxis des Sammelns und Interpretierens war, die sich im Endeffekt vor allem als eigendynamisch, kreativ und zugleich doch konventionell zusammenfassen lässt. Die Beschreibung der technischen Möglichkeiten, eingebettet in den historischen Hintergrund und die kulturellen sowie die politischen Gegebenheiten dieser Zeit, machen dies Buch zur informativen Lektüre für alle, die sich für das Medium Film interessieren." (Martina Novotny, Medien & Zeit 2/2007)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veränderte das neue Medium Film nicht nur die öffentlichen Formen des Vergnügens, sondern entwickelte sich als „Heimkino“ schon bald zu einer beliebten Spielart privater Freizeitgestaltung. Mit dem Entstehen einer breiteren Unterhaltungs- und Konsumkultur Anfang der dreißiger Jahre wird das Filmen vollends zum populären Hobby und schafft den Rahmen für mediale Selbstdarstellungen einer wachsenden Mittelschicht. Die Filmkamera ist nun Zeugin von Familienfesten, Urlaubsreisen, glücklichen und – mit der Machtergreifung des NS-Regimes und dem beginnenden Weltkrieg – bedrückenden, manchmal auch bizarren Situationen.
Diese Studie zur Entstehung des Heimkinos als Form populärer Freizeitunterhaltung vor 1945 bringt private Filme jedoch nicht als Dokumente einer vermeintlich authentischen Geschichte des Alltags zum Sprechen, sondern analysiert sie als Ergebnis einer Medienpraxis, die durch soziale Dynamiken, ästhetische Konventionen sowie politische und ideologische Diskurse mehrfach überformt ist. Durch ihre Verbindung von Technikgeschichte, Kulturtheorie und Filmanalyse wertet sie dabei Quellenmaterial aus, das in der Filmgeschichte bisher vernachlässigt wurde. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Durchdringung unseres Alltags mit digitalen Medien erweist sich diese Studie zugleich als wichtiger historischer und methodologischer Beitrag zu aktuellen medientheoretischen Debatten.