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Claudia Hauser
Politiken des Wahnsinns
Weibliche Psychopathologie in Texten deutscher Autorinnen zwischen Spätaufklärung und Fin de siècle.

2007, 412 S.
Reihe: Germanistische Texte und Studien, 75
ISBN: 978-3-487-13394-2
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Beschreibung
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"Insgesamt zeichnet Hauser die Aneignung und strategische Nutzbarmachung des Topos 'weiblichen Wahnsinns' in der Erzählliteratur von Frauen seit dem 18. Jahrhundert überzeugend auf. Damit eröffnet Ihre Studie auch neue Perspektiven auf die Auseinandersetzung mit literarischen Psychopathologien." (Urte Helduser, Ariadne - Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte, Heft 52, Nov. 2007)

Vor dem Hintergrund einer rapide wachsenden humanwissenschaftlichen Wissensproduktion steht das 18. Jahrhundert nicht zuletzt im Zeichen einer Pathologisierung von Weiblichkeit, die in Form kultureller Typisierung das Bild dieser Weiblichkeit nachhaltig prägen sollte. Hier formte sich ein spezifisch weiblicher Wahnsinn heraus, der – schon vor dem Aufkommen feministischer Lesarten des 20. Jahrhunderts, die in der vorliegenden Studie einer kritischen Revision unterzogen werden – stark mit dem Moment der Repression verknüpft ist.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen exemplarische Texte von Autorinnen aus dem Zeitraum zwischen Spätaufklärung und Fin de siècle. Die „Wahnsinnsgeschichten“ von Eleonore Thon, Therese Huber, Karoline von Woltmann, Caroline de la Motte Fouqué, Louise Aston, Louise Otto, Gabriele Reuter und Hedwig Dohm lassen sich als Fallgeschichten über Weiblichkeit lesen. Ihre Vorgaben sind zeitgenössische Wissensbestände über die psychophysische Schwäche der Frau und die engen Grenzen des weiblichen Geschlechtscharakters. Doch die Texte reproduzieren dominante Diskurse nicht nur, sondern stellen sie infrage und unterlaufen sie. Die Untersuchung mündet in die Frage, inwiefern sich über den Topos eine wachsende frauenpolitische Handlungsfähigkeit artikuliert.