Programm
eBooks
Service
Über den Verlag


Thomas Nehrlich
"Es hat mehr Sinn und Deutung, als du glaubst" - Zu Funktion und Bedeutung typographischer Textmerkmale in Kleists Prosa

2012, 200 S., mit 9 Abb.
Reihe: Germanistische Texte und Studien, 88
ISBN: 978-3-487-14794-9
Lieferbar!

24,80 EUR
(Preis inkl. Umsatzsteuer zzgl. Versandkosten)
Lieferzeit beträgt innerhalb Deutschlands bis zu 7 Arbeitstage / außerhalb Deutschlands bis zu 14 Arbeitstage


 

Beschreibung
Fachgebiete

"(A)ls Wegbereiter neuerer Forschung sowohl für die Editionswissenschaft als auch und besonders für die interpretierende Literaturwissenschaft wärmstens zu empfehlen." (Norbert D. Wernicke, Revista de Filologia Alemana 22/2014)

"Methodisch angesiedelt zwischen Hermeneutik und Schriftbildlichkeitsforschung untersucht Th. Nehrlich in seiner genauen und scharfsinnigen Pionierstudie textergänzende wie textunterlaufende Sinneffekte detailtypographischer Besonderheiten in Kleists Prosa." (Thomas Rahn, Germanistik, 2013, Band 54, Heft 1-2)

"Nehrlichs Untersuchung bildet einen integralen Teil jener Forschungseinsätze zur typographischen Kultur der Literatur, die die materialen Konditionen der literarischen Reproduktion ebenso behandeln wie die Regeln der Zeichensetzung (…) Wenn materiale Textqualitäten wie Sperrungen und Ligaturen mit so hoher Genauigkeit wahrgenommen und hinsichtlich ihrer bedeutungstragenden und bedeutungsunterscheidenden Funktionen ausgewertet werden können, hat sich die Liebe zum Wort (die sich die Philologen in ihre Berufsbezeichnung eingetragen haben) auf bemerkenswerte Objekte besonnen. (…) Andererseits eröffnen sich gerade auf diesem Feld überaus reizvolle Möglichkeiten für eine fruchtbare Kooperation zwischen Buchhistorikern und Literaturwissenschaftlern, vor allem auch durch die computerphilologische Erschließung und Auswertung von Werken in ihrer originären Gestalt. Auch deshalb verdient Thomas Nehrlichs Studie besondere Aufmerksamkeit." (Ralf Klausnitzer, Zeitschrift für Germanistik XXIII/2013)

"In der Fülle von Einzelbeobachtungen und der Genauigkeit der Textanalysen liegt der große Gewinn dieser Studie, die sich erstmalig systematisch mit detailtypographischen Textmerkmalen in Kleists Prosa auseinandersetzt. Damit leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur literaturwissenschaftlichen Schriftbildlichkeitsforschung. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass die aus philologischer Sicht besonders reizvollen Irritationsmomente literarischer Texte nicht nur auf lexikalischer Ebene zu finden sind, sondern sich auch im Schriftbild manifestieren." (Mareike Giertler, Kult_online 38/2014)

Der Gedankenstrich in der Marquise von O.... gilt als der berühmteste der deutschsprachigen Literatur. Doch er ist bei Weitem nicht der einzige Fall bedeutungstragender Schriftbildmerkmale in Kleists Werk, dem Aufmerksamkeit gebührt. Ganz im Gegenteil: Kleist, bekannt für seine eigenwillige Zeichensetzung, hat eine ganze Reihe typographischer Gestaltungselemente gebraucht, um mit ihnen die Bedeutung seiner Texte anzureichern.
Stets tritt dabei – so die Grundthese dieser Studie – durch den subtilen Einsatz schriftbildlicher Mittel die Textgestalt als Bedeutungsebene zur lexikalischen hinzu, kommentiert oder subvertiert den Wortlaut. Ihre Berücksichtigung ergänzt und erweitert die Interpretation der Erzählungen um bisher nie beachtete Bedeutungen. Die Grundlage dieser Untersuchung bilden Kleists Prosawerke, weil ihre autorisierte Textgestalt den Vorstellungen des Autors weitestgehend entspricht.
Indem sie am Beispiel Kleists die spezifische Sinnproduktion etwa von Anführungszeichen, Sperrungen, Gedankenstrichen, Ligaturen, Einrückungen, Absatzwechseln, Auslassungen und Apostrophen untersucht, leistet diese Studie auch einen Beitrag zur Hermeneutik der Typographie.