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Ute Jung-Kaiser (Hrsg.); Matthias Kruse (Hrsg.)
„Was mir die Engel erzählen…“. Mahlers traumhafte Gegenwelten

2011, VIII/298 S., mit zahlreichen Abb. und Notenbeispielen und 16 farbigen Tafeln., Paperback
Reihe: Wegzeichen Musik, 6
ISBN: 978-3-487-14595-2
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Beschreibung
Fachgebiete

"Nobilitiert durch eine Einleitung von Constantin Floros und einen großzügig farbigen Abbildungsteil ist 'Was mir die Engel erzählen…' ein wertvolles Kompendium einer kontextualisierenden, dabei konsequenterweise immer selbstreflexiven Mahler-Forschung." (Stefan Schmidl, Nachrichten der Gustav-Mahler-Gesellschaft 63/2011)

Gustav Mahler war ein Mann der Extreme, als Mensch wie als Künstler. „Die höchste Glut der freudigsten Lebenskraft und die verzehrendste Todessehnsucht; beide thronen abwechselnd in meinem Herzen“, schrieb er bereits als 19-Jähriger. Die Erfahrung, zwischen „Himmel und Erde zugleich“ verloren zu sein, wird zu Mahlers „Lebensmelodie“ (A. Schönberg) und zum zentralen Thema seiner Musik. So baut er Spannungsbögen auf zwischen „Todtenfeier“ und Auferstehungschoral (2. Sinfonie), vertont er sein „großes Heimweh“ nach dem weiten Land erlösender Zukunftsmusik. Dieses lässt ihn Stimmen wahrnehmen, die „wie aus einer anderen Welt herüber[klingen]“, macht ihm hörbar, „was die Engel erzählen“ (3. Sinfonie) oder die „kreisenden Planeten“ (8. Sinfonie).
Mahler wusste seine künstlerische Botschaft emphatisch zu vermitteln, so dass ihn Schönberg als „selbstleuchtenden“ Propheten apostrophierte. Dieser „heilige, hymnenhafte Mann“ habe „visionärste Musik“ komponiert, bestätigte E. Bloch. Doch „Augen, die die Zukunft sehen“ (Schönberg), verstören auch, machen den Totalitätsanspruch verdächtig: War er nicht auch „Usurpator“ (H. Mayer), der seine Kunstreligion apodiktisch verordnete? Waren seine traumhaften Gegenwelten klanggewordene Wirklichkeit oder unerlöste Utopie? War sein Hauptwerk „die missglückte, objektiv unmögliche Wiederbelebung des Kultischen“ (Adorno)?
Diesen Fragen, Thesen und Hypothesen stellen sich Wissenschaftler, Dichter, Musiker und Bildende Künstler.

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Gustav Mahler was given to extremes, both as man and as artist. Even at the age of 19 he could write that, “The strongest glow of life’s most joyous power and the all-consuming yearning for death, both rule alternately in my heart.” The experience of being lost “between heaven and earth” became, in Schoenberg’s words, the “melody of life” for Mahler and the central theme of his music. Thus he creates tension between the “funeral ceremony” and resurrection chorus (2nd Symphony), and sets to music his “great homesickness” for the distant land of the redeeming music of the future. This allows him to recognise voices which “sound as if they come from another world”, enables him to hear “what the angels tell” (3rd Symphony), or the “circling planets” (8th Symphony).
Mahler understood how to convey emphatically his artistic mission, so that Schoenberg addressed him as a “luminous” prophet. Ernst Bloch claimed that this “holy, hymn-like man” had composed “the most visionary music”. But “eyes that see the future” (Schoenberg) can also be unsettling and may be suspected of totalitarianism: was he not a “usurper” (H. Mayer) who firmly prescribed his religion of art? Were his dream-like parallel worlds reality made sound or unredeemed Utopias? Was his principal work the “failed, objectively impossible revival of the cultic” (Adorno)?
Academics, writers, musicians and visual artists examine these questions, theses and hypotheses.