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Dirk Niefanger (Hrsg.); Gunnar Och (Hrsg.); Birka Siwczyk (Hrsg.)
Lessing und das Judentum
Lektüren, Dialoge, Kontroversen im 18. und 19. Jahrhundert.

2015, 472 S., mit 28 überwiegend farbigen Abb., Paperback
Reihe: Kamenzer Lessing-Studien, 1
ISBN: 978-3-487-14750-5
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Beschreibung
Fachgebiete

„Thematisch und methodisch gelingt in fast allen Beiträgen eine Stringenz im Umgang mit dem Rahmenthema, wie man sie in Sammelbänden, die zudem auf Tagungen zurückgehen, nur selten findet. Materialreich und präzise in der Argumentation verfolgen die Beiträge durchweg ein ebenso überzeugendes wie dringliches Anliegen: nämlich sichtbar zu machen, welchen diskursiven und diskurspolitischen Adaptions-und Abwehrstrategien Lessings Stücke mit ihrem Plädoyer für Toleranz und natürliche Religion und ihrer aufklärerischen Attacke gegen Antisemitismus und die Macht der Vorurteile ausgesetzt waren. (…) Auf den angekündigten Folgeband, der speziell das 20. Jahrhundert behandeln soll, darf man also gespannt sein.“ (Irmela von der Lühe, http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=21794)

"Der Eröffnungsband der „Kamenzer Lessing-Studien“, mit denen das Lessing-Museum Kamenz die kontinuierliche Vermittlung seiner Arbeit und Sammlungsbestande verfolgt, führt eindrücklich vor Augen, dass es sich bei ‚Lessing und dem Judentum‘ um eine ebenso notorische wie vielgestaltig wendbare Konstellation handelt, der beständig eine zentrale Autorität und Deutungsmacht in Fragen des deutschjüdischen Verhältnisses zugewiesen wurde." (Daniel Zimmer, Zeitschrift für Germanistik, N. F. XXVI-3/2016)



Die deutsch-jüdische Debatte, die im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts über den Autor des "Nathan" und Freund Moses Mendelssohns geführt wurde, folgte ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Rezeptionsvorgaben. Dabei kam es immer wieder zu neuen, bislang nur unzureichend erforschten Formen der Achtung oder Missachtung, der Aneignung oder Verwerfung.
Der vorliegende Band will diese verschlungenen Wege nachzeichnen und Lessing nicht nur von den Kontexten her begreifen, sondern auch umgekehrt diese über ihn erschließen. Viele Diskurse, die von Juden und Judentum handeln, waren an seiner singulären Position orientiert und boten sich zu eigener Profilierung ebenso wie zur Selbstvergewisserung an. Eine solche doppelte Perspektivierung führt zu einer weiteren Pluralisierung des Lessingbildes sowie zu einer stärkeren Ausdifferenzierung von Mentalitäten, Denkgewohnheiten, Klischees und Dispositiven auf dem weiten und – trotz großer Forschungsanstrengungen – keineswegs hinreichend vermessenen Feld deutsch-jüdischer (Literatur-)Geschichte.

Der Sammelband eröffnet eine neue Schriftenreihe, die wissenschaftliche Beiträge der Lessing-Forschung und Berichte aus der Arbeit des Lessing-Museums in Kamenz vereinen wird.