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Walther Scholl
Der Daphnis-Mythos und seine Entwicklung
Von den Anfängen bis zu Vergils vierter Ekloge.

2014, XXX/668 S., mit vier Faltkarten., Paperback
Reihe: Spudasmata, 157
ISBN: 978-3-487-15140-3
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Beschreibung
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"Jedenfalls hat Scholls Monographie eine der letzten Lücken in der wissenschaftlichen Aufarbeitung von antiken Einzelmythen geschlossen." (Udo Reinhardt, Anzeiger für die Altertumswissenschaft LXVII, Band Jänner/April 2014, Heft 1/2)

In dem Buch wird erstmals der Versuch unternommen, die zahlreichen Varianten des Daphnis-Mythos in ihrer Gesamtheit methodisch zu ordnen und eine zeitliche Abfolge der sich dabei ergebenden Bearbeitungen bzw. Versionen zu gewinnen. Die Handlung dieses Mythos hat allem Anschein nach ihren Ursprung in einem Volksmärchen. Bei Stesichoros erfährt der Stoff eine „tragische“ Bearbeitung. Bei Theokrit tritt Daphnis als Märtyrer auf. Von Vergil wird er als Heilbringer gedeutet, mit dessen Apotheose die Wiederkehr des goldenen Zeitalters einsetzt.
Die Vorstellung, daß das goldene Zeitalter wiederkehrt, ist dem Denken in der griechisch-römischen Antike zunächst fremd und bei ihrem ersten Erscheinen offenbar an die Daphnis-Gestalt gebunden. Diese Heilbringeridee greift Vergil in seiner vierten Ekloge noch einmal auf, die, wie sich nachweisen läßt, in wesentlichen Aussagen im Daphnis-Mythos verwurzelt ist. Das wurde bisher so nicht entdeckt und eröffnet für das berühmte Gedicht, das die politische Ideologie nicht nur in der römischen Kaiserzeit und im Mittelalter, sondern auch bis in die jüngere Vergangenheit geprägt hat, neue Deutungsperspektiven.
Mit Ausnahme einiger gängiger Theokrit- und Vergil-Gedichte sind alle antiken Textzeugnisse zum Daphnis-Mythos vollständig und mit Übersetzung abgedruckt. Außerdem enthält das Buch zwei großformatige tabellarische Synopsen, eine weitere Falttafel und eine Karte von Sizilien.