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Herbert Schneider
La Clef des chansonniers (1717)
Erweiterte kritische Neuausgabe herausgegeben von Herbert Schneider.

2005, XXI/442 S., mit zahlreichen Notenbeispielen
Reihe: Musikwissenschaftliche Publikationen, 25
ISBN: 978-3-487-13076-7
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Beschreibung
Fachgebiete

"Damit liegt für das Studium des französischen Vaudevilles eine zentrale und reichhaltige Materialsammlung vor, die Ballards 'Clef des chansonniers' auch für die weitere Forschung dieses musikalisch, literarisch und sozial ergiebigen Feldes zu einem Schlüssel werden lässt, mit dem sich viele Türen der umgangsmäßigen Musikkultur im Frankreich des 18. und frühen 19. Jahrhunderts öffnen lassen." (Markus Bandur, Lied und populäre Kultur/Song and popular Culture/Jahrbuch des Deitschen Volksliedarchivs 52/2007)

In seiner Clef des chansonniers publizierte Jean-Baptiste Christophe Ballard 1717 eine Sammlung von 300 Melodien, die als „Timbres“ oral weit verbreitet waren, in allen Schichten der städtischen Bevölkerung wie am Hof, bei Dilettanten wie bei Berufsmusikern, Schauspie-lern und Geistlichen. Diese Timbres waren eine Quelle der musikalischen Gesellschaftskunst und dienten in erster Linie dem eigenen Musizieren, der Improvisation von parodierten Chansons und Vaudevilles. Um dies zu erleichtern, druckte Ballard zwei Couplets des „ori-ginalen“ Texts bzw. des Texts ab, den er dafür hielt. Dies war aus zwei Gründen von großer Wichtigkeit für den Benutzer der Sammlung: Einerseits lag damit ein Muster für den Stro-phenbau („coupe“) vor, andererseits ein Ausgangstext, der als intertextueller Bezugspunkt für die neu verfaßten, auf die Melodie gesungenen Verse diente, denn nur die Kenntnis des Aus-gangstexts ermöglicht es dem damaligen wie dem heutigen Hörer oder Leser der Textparodie, den vollen Sinn und die Semantik des Parodie-Chansons bzw. Vaudevilles zu erfassen.
Ballard bemerkt, er habe viele Jahre Melodien gesammelt, um seine Anthologie publizieren zu können. Ziel war es, Melodien vor dem Vergessen und ihre Grundgestalt, die sich bei bloß oraler Überlieferung permanent verändert, zu bewahren.
Das Repertoire der Clef des chansonniers ist eine Fundgrube für Melodien verschiedenster Herkunft, Gestalt und Aussagekraft. Neben ganz archaischen oder aus Melodieteilen verschiedener Herkunft zusammengesetzten Stücken gibt es viele gebundene Tänze – darunter zahlreiche mit ungewöhnlichen syntaktischen Gliederungen –, die dennoch über einen vielfach sehr langen Zeitraum populär waren.
In der vorliegenden erweiterten Ausgabe der Clef des chansonniers sind die Herkunft der Stücke, so weit sie zu ermitteln war, und die Parodien als Ergebnis der Auswertung eines großen Text-Corpus von Quellen des 17. und 18. Jahrunderts verzeichnet. Für Musiker, Theater-, Literatur- und Musikwissenschaftler, Historiker, Hymnologen usw. steht damit ein wichtiges Repertoire an Primär- und Sekundärquellen zur Verfügung.