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Musik, Kunst und Wissenschaft im Zeitalter Johann Sebastian Bachs
Herausgegeben von Ulrich Leisinger und Christoph Wolff.

Hildesheim 2005, 197 S.
Reihe: Leipziger Beiträge zur Bachforschung, 7
ISBN: 978-3-487-12856-6
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Beschreibung
Fachgebiete

Johann Sebastian Bach verstand seine Arbeit als Komponist als „musikalische Wissenschaft“ und bemühte sich wie kein anderer unter den bedeutenden Musikern seiner Zeit um die rationalen Grundlagen seiner Kompositionskunst. So schuf er praktische Werke mit wissenschaftlichem Anspruch und legte damit ein neues Fundament für die Musik, ohne das spätere Entwicklungen kaum denkbar erscheinen. Bereits in seinem Todesjahr 1750 wurde Bach mit dem naturwissenschaftlichen Genie Isaac Newton verglichen. Schließlich deutet Daniel Schubarts Äußerung von 1784 („Was Newton als Weltweiser gewesen, war Sebastian Bach als Tonkünstler“) darauf hin, wie man frühzeitig erkannte, daß Bach für die Musik ähnlich neue Grundlagen geschaffen hatte wie Newton für die Physik.
In seiner Leipziger Amtszeit blieb die Atmosphäre der Leipziger Universität als eine der „Weltweisheit“ gewidmeten Lehr- und Forschungsstätte nicht ohne Einfluß auf Bach. Hier bewegten sich prominente Exponenten aufgeklärter Universitätswissenschaft als Lateinschul- wie Universitätslehrer innerhalb des aus dem Mittelalter überkommenen Systems der freien Künste mit seinem naturwissenschaftlichen Quadrivium aus Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie und seinem geisteswissenschaftlichen Trivium aus Grammatik, Rhetorik und Dialektik. Es tritt jedoch auch ein wachsender Konflikt zwischen praktischer Musikausübung und akademischer Erziehung zutage. Denn die Musik beginnt sich aus dem traditionellen Verbund der Wissenschaften zu lösen, um in den Kreis der „beaux arts“ einzutreten. Der Bezug Bachs zu seinem akademischen Umfeld in Leipzig und im weiteren Sinne zur Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts wird in den verschiedenen Beiträgen des vorliegenden Bandes näher beleuchtet.