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Julia Buddecke
Endstation Anatomie
Die Opfer nationalsozialistischer Vernichtungsjustiz in Schleswig-Holstein.

2010, 206 S., mit 27 Abb., Paperback
Reihe: Beiträge zur Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, 18
ISBN: 978-3-487-14501-3
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Beschreibung
Fachgebiete

"Das Buch der engagierten Ärztin und Autorin ist sehr zu empfehlen. Die 'Normalität' des Schreckens wird in ihrem Werk überdeutlich aufgezeichnet." (Diemut Majer, Das Historisch-Politische Buch/ 60. Jg. 2012, Heft 2)

Warum fiel gerade in Kiel, insbesondere in der Medizinischen Fakultät, das national-sozialistische Gedankengut auf fruchtbaren Boden? Unter Berücksichtigung des historischen Kontextes beschäftigt sich die Arbeit u.a. mit der Leichenakquisition des Anatomischen Instituts und versucht, durch authentische Lebensgeschichten, die mehr Interesse und Betroffenheit auslösen als Zahlen und Fakten, drei Hingerichteten ein Gesicht zu geben. Differenziert wird zwischen Verbrechen jener Anatomen, die im Dienst des Regimes zu Mördern wurden, und dem Verhalten reiner Nutznießer und Opportunisten, die sich zwar nicht an der aktiven Vernichtung von Menschen beteiligten, aber Unrecht stillschweigend in Kauf nahmen. Als Kontrast dazu dienen Beispiele von Medizinstudenten, die sich allen Gefahren zum Trotz dem hippokratischen Eid verpflichtet fühlten und dies mit dem Leben bezahlten. Aktualität gewinnt die Thematik trotz der Fülle anderer Untersuchungen zur Rolle der Medizin im Dritten Reich insbesondere deshalb, weil der Arzt heute wie damals einer schmalen Gratwanderung zwischen reiner Empathie und kühler Sachlichkeit bis hin zur Verdinglichung des Patienten ausgesetzt ist und dabei an ethische Grenzen stößt.